Berufspendler

9u10stadt_frueher_klein.jpgFür viele Bewohner großstädtischer Ballungsräume beginnt der Tag mit der morgendlichen Fahrt zur Arbeit in die Stadt; abends geht es den gleichen Weg wieder zurück. Mittlerweile pendeln über sechzig Prozent der Berufstätigen im Bundesgebiet vom Wohnort zum Arbeitsplatz in die nächstgrößere Stadt. Wie ist es dazu gekommen? Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein waren die Städte in der Regel Fußgängerstädte, die Wege konnten ohne ein Transportmittel zurückgelegt werden. Die Städte vereinten alle wichtigen Lebensbereiche – Arbeiten und Wohnen, Einkaufen und Freizeit – auf überschaubarem Raum.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es ein enormes Bevölkerungswachstum und eine Konzentration der Wirtschaft (Zeitalter der Industrialisierung). Die Bevölkerung wanderte vom Land in die Städte. Der größte Teil der deutschen Großstädte mit mehr als 100 000 Einwohnern verdankt dieser Periode seinen entscheidenden Entwicklungsschub. Das starke Bevölkerungswachstum erforderte unter anderem eine große Zahl von Wohnungsbauten. Vorstädte umschlossen zunehmend die historische Stadt, die das alleinige Zentrum blieb. Der Stadtkern wandelte sich zunehmend in die Geschäftsstadt, wobei die kommerzielle Nutzung die Wohnungen verdrängte. Die ersten Fabriken entstanden außerhalb des Stadtkerns, zunächst auf freiem Feld. Schon bald wurden sie aber von der Wohnbebauung umschlossen, wobei dann gegenseitige Beeinträchtigungen unvermeidlich waren.

 

Als Reaktion auf die Lärm- und Schadstoffemissionen von Fabriken und Handwerksbetrieben in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohngebäuden sowie angesichts einer weiteren Massierung der Bevölkerung setzte sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts folgende Auffassung durch:
Die Stadtplanung habe nach einer Trennung der vier Funktionen: Wohnen, Arbeiten, sich Erholen (in der Freizeit) und sich Bewegen zu erfolgen (Thesen von Städteplanern in der der Charta von Athen, im Jahre 1933). Die Stadt sollte in überschaubare, durch Freiflächen untereinander getrennte „Stadtteile“ gegliedert werden. Die Hauptfunktionen Wohnen, Arbeiten und Erholen sollten so voneinander getrennt werden, dass sie sich gegenseitig nicht beeinträchtigten. In den Städten entwickelte sich so eine räumliche Trennung von Wohn- und Arbeitsstätten. Dies hatte zur Folge, dass die Wege, die die Bewohner zur Arbeit, zu Freizeitstätten und zum Einkaufen zurücklegen mussten, länger wurden.

Die Sichtweise der Städteplaner hat sich heute wieder verändert: Arbeitsplätze, Einkaufs- und Versorgungszentren, Schulen, Kindergärten, Jugendzentren, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Erholungsgebiete sollen in einem Stadtgebiet vereint sein. Besonders wichtig ist ein guter Anschluss an den ÖPNV.

 

Berufspendler in der Metropolregion Hamburg

9karte_berufspendler.gifTäglich fahren Berufspendler, die in der Metropolregion Hamburg wohnen, zum Arbeiten nach Hamburg hinein. Hinzu kommen Pendler, die in der Hamburger City einkaufen oder die kulturellen Angebote der Stadt nutzen wollen. Sie sind die so genannten „Einpendler“. Pendler kommen dabei nicht nur aus den angrenzenden Bundesländern – insbesondere den Kreisen Pinneberg, Bad Segeberg, Stormarn, Lauenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Harburg, Stade und Lüneburg – sondern auch aus Bremen, Hannover, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg. Dazu kommen die „Auspendler“ – die Hamburger, die täglich zur Arbeit oder aus anderen Gründen ins Umland pendeln. Und ein großer Teil der 1,7 Millionen Hamburger Einwohner ist täglich in der Stadt selbst unterwegs, sie bilden die Gruppe der „Binnenpendler“.

Im Jahr 2007 wurden täglich mehr als 356 000 Einpendler gezählt, ca. 79 000 Personen pendeln aus Hamburg in die angrenzenden Bundesländer aus. Innerhalb Hamburgs pendeln etwa 600 000 Berufstätige zwischen Wohn- und Arbeitsort.

Verkehrsmittelwahl der Berufspendler

Es ist äußerst schwierig, genaue Zahlen über die Pendlerströme zu erheben. Die letzte umfangreiche Befragung fand 1992 statt (vgl. Abbildung). Aktuelle Zahlen über die Berufspendler gibt es vom Statistischen Amt nur für die Gesamtzahl der Ein- und Auspendler, nicht für die einzelnen Verkehrsmittel.

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Berufpendler in Deutschland

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 22. März 2005
Berufspendler fahren zu 67% mit dem Auto
WIESBADEN – Das Auto ist für die meisten Berufspendler das wichtigste Verkehrsmittel und hat in den vergangenen Jahren seinen Anteil am Pendleraufkommen leicht erhöht: Gut 67% der Pendler nahmen im März 2004 für den Hauptteil des Weges zur Arbeit das Auto, 1996 waren es knapp 65% gewesen. Dieses und weitere Ergebnisse des Mikrozensus 2004 stellte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, heute in Berlin vor. Der Mikrozensus ist mit rund 830 000 befragten Personen in rund 390 000 Haushalten die größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa. Nicht wesentlich verändert hat sich zwischen 1996 und 2004 der Anteil der Pendler, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen – 2004 waren es 18%, 1996 gut 19%. Stabil blieben auch die Pendleranteile des öffentlichen Nahverkehrs (Bus, U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn) mit 11% (1996: 12%) sowie der Eisenbahn mit 2% (1996: ebenfalls 2%). Je höher das Einkommen, desto eher wird der PKW genutzt. Von den Pendlern mit einem Monatsnettoeinkommen ab 2 900 Euro fuhren im März 2004 78% mit dem Pkw. Mit steigendem Einkommen werden längere Wege zwischen Wohnung und Arbeitsort in Kauf genommen: Im März 2004 fuhren 8% der Pendler mit weniger als 500 Euro, aber gut ein Viertel (27%) der Pendler mit mindestens 2 900 Euro monatlichem Nettoein-kommen 25 Kilometer oder weiter zur Arbeit. Steigende Entfernungen begünstigen wiederum die Nutzung des Pkw als Hauptverkehrsmittel: Bei Einkommen ab 2900 Euro und Pendeldistanzen ab 25 Kilometer lag der Anteil der Pkw-Fahrenden bei 86%, also weit über dem Durchschnitt. Frauen nutzten auf ihren Arbeitswegen zu einem deutlich höheren Anteil (16%) öffentliche Verkehrsmittel als Männer (10%). Das Pendeln mit dem Fahrrad oder zu Fuß war bei den Frauen ebenfalls erheblich weiter verbreitet (22%) als bei den Männern (15%). Auch hier hängen Wegstrecke und Verkehrsmittel zusammen: 59% der Frauen legten weniger als zehn Kilometer zum Arbeitsplatz zurück, gegenüber nur 46% der Männer. Mindestens 25 Kilometer zur Arbeitsstätte fuhren 21% der Pendler, aber nur 12% der Pendlerinnen. Diese Unterschiede sind vor allem darauf zurückzuführen, dass Frauen deutlich häufiger als Männer Erwerbstätigkeiten mit geringem Verdienst ausüben (z.B. Teilzeitarbeit, Tätigkeiten auf unterer Hierarchiestufe).

Quelle: www.destatis.de

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