Luftschadstoffe in Hamburg

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Die Abbildung zeigt den Werdegang der Luftschadstoffe von ihrem Ausstoß durch verschiedene Verursacher (Emissionen) über den Transport (Transmission) und die Umwandlung (z. B. Bildung von Ozon während des Transportes) bis zur Ankunft am Einwirkungsort, beispielsweise am Messcontainer oder bei der Bevölkerung (Immission).
 

Zur Emission von Schadstoffen in Hamburg und Deutschland tragen vor allem bei:

  • die Industrie und die Kraftwerke
  • der Verkehr auf den Straßen, in der Luft und auf dem Wasser
  • der Hausbrand, d. h. die Heizungen in den Privat- und Bürohäusern

Die hier verursachten Schadstoffe werden durch die Luft bis zu mehreren tausend Kilometern transportiert. Während dieser Zeit werden die Schadstoffe chemisch umgewandelt oder sie lagern sich an Staubkörnern oder Regentropfen an. Schließlich kommen sie in abgewandelter Form beim Menschen oder den Pflanzen, auf Gebäuden und Gewässern an. Von der Höhe der Schadstoffkonzentration in der ankommenden Luft ist das Ausmaß der Schäden bestimmt. Häufig sind die Konzentrationen so gering, dass sie zwar beim Menschen keine schädlichen Einwirkungen haben, […] jedoch an Gebäuden und Pflanzen, je nach Länge der Einwirkdauer, Spuren hinterlassen (Waldschäden).

  • Hamburger Luft
    Hamburg hat, gemessen an anderen Großstädten in Deutschland, eine saubere Luft. Gründe sind die geographische Lage (Meeresnähe, Westwindzone) und die Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft, z. B. Filteranlagen in Kraftwerken und in der Industrie.
    Zur Erfüllung der Schadstoffgrenzwerte wurde in Hamburg ein Luftreinhalteplan entwickelt, der Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität festschreibt.
     
  • Das Hamburger Luftmessnetz
    überprüft ständig die Luftqualität. Es betreibt 17 Messstationen und einen Messwagen.
    Die Hintergrund-Messstationen dienen der allgemeinen Luftüberwachung. Sie erfassen die Schadstoffkomponenten Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2) und Staub (Schwebstaub; PM10: Partikel kleiner als 10 Mikrometer). Einige Stationen messen außerdem Kohlenmonoxid (CO).
    Die Ozon-Messstationen ermitteln neben Ozon (O3) auch die NO2- und NO-Belastungen. An den Verkehrs-Messstationen werden die für den Autoverkehr typischen Schadstoffe Benzol, NO, NO2, CO und Dieselruß gemessen.
     
  • Langzeitverläufe von ausgewählten Schadstoffkomponenten
    SO2, NO2 und Schwebstaub PM10 (µg/m³).
    Von 1985 bis 2008 ist die Schwefeldioxidbelastung deutlich zurückgegangen.Gründe für den starken Rückgang der Schwefeldioxidbelastung sind u. a. die Sanierung von alten Kraftwerken, der Einbau von Filtern und die Umstellung auf schwefelarmes Heizöl oder auf Erdgas.

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Stickstoffdioxid- und Schwebstaubbelastungen haben sich nicht so ausgeprägt verringert.

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Für das Ozon ist seit 1985 ein stetiger Anstieg bei den Jahresmittelwerten zu bemerken, der nur in Jahren mit sonnenscheinarmen und kühlen, regnerischen Sommern unterbrochen wurde. Dieser Anstieg in den Mittelwerten wird durch einen Rückgang der […] Spitzenbelastungen in den Sommern begleitet.

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Benzol ist im Gegensatz zum Kohlenmonoxid eine für die Hamburger Luftqualität wichtige Schadstoffkomponente. Allerdings hat sie durch ihren starken Rückgang seit dem Jahr 2000 an Bedeutung verloren. Ab dem 1. Januar 2000 musste auf Grund einer EU-Richtlinie der Benzolgehalt im Benzin auf 1% reduziert werden. Dies führte auch in der Immission zu einem dramatischen Einbruch der Belastung.

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Exkurs: So kann man Ozon messen:
Mit einem kleinen Dräger Gasspürgerät *) lässt sich die Luftbelastung untersuchen. Das Dräger Gasspürgerät ist eine Handpumpe, die über einen Gummibalg Luft in ein Messröhrchen saugt. Mit dem Messröhrchen „Ozon 0.05/b“ können schon leicht erhöhte Ozonwerte festgestellt werden. Nach etwa 4 Minuten Pumpen verfärbt sich die Chemikalienschicht im Röhrchen ab einer Konzentration von 100 g/m³. Die Farbveränderung von hellblau nach weiß kommt durch eine Reaktion zustande, bei der das aggressive Ozon den Farbstoff Indigo (Jeansblau) durch Oxidation zerstört.

Weitere Informationen unter

  • Videotext NDR Tafel 191 (Sommer) / (3.Programm) Tafeln 191 - 192 (Winter)
  • Ansagedienst 428 45 - 2424
  • Internet www.hamburger-luft.de
     

Quellen
Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Institut für Hygiene und Umwelt, 2009
Broschüre "20 Jahre Hamburger Luftmessnetz – Ergebnisse 2003 und Langzeitverläufe (2004)"
Herausgeber: Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Wissenschaft und Gesundheit

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