Mobilität Das Wort Mobilität kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Beweglichkeit, Schnelligkeit, Gewandtheit, aber auch Unbeständigkeit.
Mobilität ist heute ein Schlagwort geworden. Arbeitnehmer sollen „mobil“ sein, bereit sein, ihren Arbeitsplatz, ihre Tätigkeit und ihren Wohnort zu wechseln. Ältere Leute wollen mobil bleiben, etwas unternehmen, nicht zu Hause hocken. Die Bereiche Arbeit, Wohnen, Freizeit und Einkaufen liegen heute weit auseinander, wir müssen wollen wir unsere Bedürfnisse befriedigen mobil sein.
Und wir können heute mobil sein, viel reisen und neue Orte kennen lernen.
So wird durch den Begriff „Mobilität“ die Möglichkeit bzw. Fähigkeit der Menschen beschrieben, die von ihnen gewünschten Ziele zu erreichen. Setzen sie diese Möglichkeiten um, entsteht Verkehr.
Mobilität hat heute einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Eine gut ausgebaute Infrastruktur mit guten Verkehrswegen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine funktionierende Wirtschaft. Und der so genannte Individualverkehr, also die Möglichkeit, sich selbstbestimmt von einem Ort zum anderen bewegen zu können, ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Doch vielerorts wird die individuelle Mobilität selbst zum Opfer: Sie steckt im Stau.
(Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) www.bmu.de
Nicht alle Menschen haben die gleichen Möglichkeiten, mobil zu sein. Treppen und Stufen behindern Rollstuhlfahrer, Hauptverkehrsstraßen können nicht ohne Probleme oder Umwege überquert werden, Jugendliche sind für die Fahrt zur Disco auf Elterntaxis angewiesen, weil die Buslinie abends nicht mehr fährt.
Will man die Mobilität innerhalb einer Gesellschaft, einer Stadt oder eines Raumes bewerten, so muss man untersuchen, welche Möglichkeiten unterschiedliche Gruppen der Bevölkerung (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ältere Menschen, Behinderte ...) haben, ihre (Mobilitäts)bedürfnisse zu befriedigen. Mobilität darf nicht mit Automobilität gleichgesetzt werden.
Mobilität in Deutschland
Quelle: Panelauswertung 2007 (TH Karlsruhe) http://daten.clearingstelle-verkehr.de/192/14/Panelbericht07_08.pdf
Mit dem Wort Mobilität verbindet man „schnelles Vorankommen“, „viel unterwegs sein“.
Ist das so?
Im Schnitt legt jeder Mensch in Deutschland etwa drei Wege pro Tag zurück und benötigt dafür täglich ca. eine Stunde. Untersuchungen an anderen Orten in Europa, Asien, Afrika und Amerika kommen zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass diese beiden Werte nahezu konstant sind, und zwar weltweit sowie unabhängig vom Entwicklungsstand des jeweiligen Landes. Und es hat sich auch im Laufe der Geschichte nichts verändert: Wir sind heute nicht öfter oder länger unterwegs als früher. Allerdings legen wir mehr Kilometer zurück als früher, die Wege zu unseren Zielen sind länger geworden und wir bewegen uns mit größeren Geschwindigkeiten.
Allerdings nicht auf kurzen Strecken in der Innenstadt:
Dort kommen Autos heute oft nicht schneller voran als die Pferdekutschen vor 100 Jahren.
Untersuchungen aus den Jahren 1999-2003 ergaben für Hamburg eine Durchschnittsgeschwindigkeit mit dem PKW in der Zeit von 9.00 bis 17.00 Uhr von 28 km/h, d. h. für 1 km benötigt der PKW 2,1 Minuten.
(Quelle: Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt-Amt V, April 2005)