Straßenlärm

„Liebesgesang bleibt ungehört“ Gezwitscher und Warnrufe der Vögel gehen im Straßenlärm unter. Besonders die Fortpflanzung der Vögel, die an viel befahrenen Straßen leben, ist gefährdet. Durch die „Geräusch-Verschmutzung“ können die Tiere sich nicht mehr gegenseitig hören. Da ihr Liebeswerben ungehört verhallt, haben sie Schwierigkeiten, einen Partner zu finden.

Lärm nervt
Lärm ist nicht gleich Lärm. Die Musikanlage in der Disco wird bis zur Schmerzgrenze aufgedreht, anders darf es nicht sein. Das leise „Plopp“ eines tropfenden Wasserhahns in der Nacht kann jeden verrückt machen. Neben einem Wasserfall kann man einschlafen, das Brummen eines Kühlschranks hält wach. Lärm und Geräusche werden ganz unterschiedlich wahrgenommen und so ist es schwer, Lärm richtig einzuschätzen und messbar zu machen. Erfassen lässt sich rein physikalisch der Schall: der Schalldruckpegel gibt die Energie pro Fläche an, die auf das Trommelfell trifft, gemessen wird in Dezibel => dB (A). Starker Straßenverkehr mit 80 Dezibel wird dem „Belästigungsbereich“ zugeordnet. Dies entspricht der subjektiven Einschätzung.
Wer von Lärm spricht, meint unerwünschten oder gesundheitsschädlichen Schall.
 

Lärm ist in modernen Städten fast allgegenwärtig. Hauptquellen sind der Straßen-, Schienen- und Luftverkehr.
 

59 % der Bevölkerung fühlen sich durch den ständigen, nicht beeinflussbaren Lärm des Straßenverkehrs belästigt und in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt, 12 % fühlten sich sogar „äußerst“ oder„stark belästigt“.
Das Wohnen an Hauptverkehrsstraßen ist kaum mehr möglich, Fenster können Tag und Nacht nicht geöffnet werden. Der Straßenverkehrslärm kann nicht „abgeschaltet“ werden. Nach dem Straßenverkehr ist der Luftverkehr die bedeutendste verkehrsbedingte Ursache für Lärmbelästigungen in Deutschland: Bundesweit fühlt sich fast jeder Dritte durch Fluglärm belästigt. Durch Schienenverkehr fühlt sich etwa ein Viertel der Bevölkerung belästigt. Industrie und Gewerbe belästigen fast ein Drittel der Bevölkerung. Der Umfrage zufolge zählen auch Geräusche der Nachbarn zu den bedeutenden Lärmbelästigungsursachen. So fühlt sich dadurch fast die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigt.
 

Die störendsten Lärmquellen
Ergebnis einer Umfrage je 100 Personen (Mehrfachantworten möglich)
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20 % der Bevölkerung sind nachts einem Geräuschpegel von 55 Dezibel und 16% der Bevölkerung sind am Tage dauernden Lärmbelastungen von mehr als 65 dB(A) ausgesetzt. Bei 45 Dezibel ist in der Nacht kein ungestörtes Schlafen mehr möglich. Dieser Lärm stresst und macht krank, verursacht seelische, körperliche und soziale Störungen.
Anwohner von Hauptverkehrsstraßen leiden unter:

  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Kommunikationsstörungen
  • Lernstörungen
  • Nervosität und Aggressivität
  • hohem Blutdruck
  • Herzinfarkt-Risiko
     

Obwohl die neueren Motoren immer weniger Lärm verursachen, wird dieser Effekt durch die wachsende Zahl von Autos mit immer stärkeren und größeren Motoren aufgehoben. Doch nicht nur der Motor ist laut. Ab einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h wird er von den Reifengeräuschen übertönt. Bei hohen Geschwindigkeiten wie auf Autobahnen addieren sich zu den Reifengeräuschen die Windgeräusche. Eine wirksame Maßnahme zur Lärmminderung heißt also: Runter mit der Geschwindigkeit, oder noch besser: Weniger fahren!
Man kuriert um das Problem herum: Lärmschutzwände an Autobahnen schützen Bewohner vor dem Lärm, versperren aber die Aussicht auf die Landschaft. Nachtfahrverbote für LKW in bestimmten Straßen helfen vorübergehend, aber die LKW-Fahrer weichen auf andere Straßen aus. Die Einführung der Maut-Pflicht für LKW hat dazu geführt, dass sie auch auf Bundesstraßen oder Landstraßen ausweichen, durch Wohnorte und Städte fahren. Dies hat die Lärmbelastung stark erhöht.
 

Lärm ist nicht gleich Lärm - Dezibel misst Schalldruck
 

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Lärmrangliste in dB(A)

Geräusche, die andere als störend empfinden oder empfinden könnten, heißen Lärm. Die Einschätzung ist subjektiv und schwer messbar. Was sich erfassen lässt, ist Schall – die physikalische Bezeichnung für sämtliche Geräusche, Töne, Laute. Die Schallwellen üben einen Druck auf das menschliche Ohr aus. Dieser Schalldruck ist die durch einen Ton hervorgerufene Abweichung des Luftdrucks von dem sonst herrschenden Luftdruck. Das kann man schwer messen. Erst von einem bestimmten Schalldruck an, der Hörschwelle, nehmen Menschen Töne wahr. Bei Angaben der Schallstärke wird der Schalldruck eines Tones mit dem Druck eines gerade noch wahrnehmbaren Tones bei 1 kHz (Kilohertz = 1000 Hertz) verglichen. Dies nennt man Schalldruckpegel. Er gibt die Leistung pro Fläche an, die auf das Trommelfell auftrifft, drückt aus, um wie viel stärker der Schall zum Zeitpunkt der Messung gegenüber dem gerade noch wahrnehmbaren von 1 kHz ist.
Quelle: Mobil mit Bus und Bahn

 

 

Der Schalldruck wird in Dezibel (dB) gemessen.
Absolute Stille hat einen Messwert von 0 dB. Schallstärken werden als Vielfaches der Hörschwelle beschrieben. Es ergeben sich schnell Zahlen mit vielen Nullen, die man als Zehnerpotenzen schreiben kann. Deren Hochzahlen (Exponenten) dienen als Maß für die Lautstärke. Sie tragen die Einheiten Bel. Die Dezibelskala ist eine logarithmische Skala.
Ein Geräusch, das hundertfach lauter ist, also den gegenüber der Hörschwelle 102-fachen Druck ausübt, hat 2 Bel. Sie entsprechen 20 Dezibel (dB). Jede Zunahme um 10 Dezibel bedeutet eine Verzehnfachung der Schallstärke.
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Das menschliche Ohr ist nicht für alle Tonhöhen gleich empfindlich. Es hört mittlere Töne besser als tiefe oder hohe. Verschiedene Filter bei Geräusch-Messungen versuchen dies zu berücksichtigen. Die Einheit der Messwerte beträgt dann dB(A).
Für das menschliche Ohr gelten auch andere „Rechnungen“ als in der Physik. Die Erhöhung eines Schallpegels um 10 dB (A) – also eine Verzehnfachung der Schallintensität – wird subjektiv nur als eine Verdoppelung der Lautstärke wahrgenommen.
Lärm wird subjektiv unterschiedlich empfunden, es gibt deshalb auch keinen allgemeinen Dezibel-Grenzwert für Gesundheitsschäden. Es ist aber erwiesen, dass bei Schallpegeln über 70 dB(A) die empfindlichen Sinneshärchen im Innenohr regelrecht abbrechen können.
70 dB(A) verursacht ein vorbeifahrender PKW bei 50 km/h. Eine Schädigung wird nicht bei kurzfristiger Lärmbelastung in dieser Höhe hervorgerufen, aber bei Dauerbelastung des Ohres. Ständiger Lärm verursacht beim Menschen seelische und körperliche Störungen, Konzentrationsschwäche, Kreislauf- und Schlafstörungen können auftreten. Sehr hoher Schalldruck – ab 85 dB(A) – zerstört auf Dauer die Hörsinneszellen. Die Folgen sind Schwerhörigkeit und Taubheit.

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