Bei der Berechnung des Flächenverbrauchs durch den Verkehr werden nicht nur Fahrbahnflächen einbezogen, sondern auch Flächen wie Böschungen, Trenninseln und Randstreifen berücksichtigt. So beträgt der Anteil der Verkehrsfläche (Stand 2009) 5,0 % der Gesamtfläche Deutschlands, die 357125 km2 umfasst. Das ist mehr als die Fläche Schleswig-Holsteins, das 15 729 km2 groß ist!
Andere Länder verwenden einen deutlich geringeren Anteil ihrer Fläche für die Verkehrsinfrastruktur.
Verkehrsanlagen zerschneiden ehemals intakte Ökosysteme. Zusammenhängende, unzerschnittene Landschaftsräume spielen für Artenvielfalt und Naturschutz eine wichtige Rolle. Der Anteil solcher unzerschnittener, verkehrsarmer Räume in der Größe von mehr als 100 km2 betrug 1977 im früheren Bundesgebiet noch 22,6 %, heute machen diese Räume dort nur noch einen Anteil von 14,3 % aus. Der Platzbedarf des Straßenverkehrs nimmt in Deutschland von Jahr zu Jahr zu, denn eine Antwort auf die „Stauprobleme“ ist der Ausbau des Straßennetzes.
Anteil der Verkehrsflächen an der Gesamtfläche der Länder in %
Hamburg erstreckt sich über eine Fläche von 755 km2, 91 km2 umfassen die Verkehrsflächen: Straßen, Parkplätze, Gleisanlagen, Bahnhöfe und der Flughafen.
8,1 km2 sind als Sportflächen, 61,1 km2 als Erholungsflächen ausgewiesen.
Die „Restfläche“ von 594,8 km2 ist Siedlungsfläche.
In Hamburg leben rund 230 000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Für sie gibt es 700 ausgewiesene Spielflächen mit einer Gesamtfläche von 2,37 km2 (237 ha).
In Hamburg stehen also jedem Kind im Durchschnitt etwa 10 m2 Spielfläche zur Verfügung, die Stellplatzfläche für ein Auto beträgt 12 m2. Die rund 960 000 Hamburger Kraftfahrzeuge nehmen rund viermal mehr Platz ein als die Spielplätze für Kinder.
Platz ist nicht vermehrbar, besonders nicht in den Städten. Immer mehr Boden wird asphaltiert, „versiegelt“; natürliche Lebensräume werden zergliedert und zerstört.
Versiegelung
Unter Versiegelung wird der Abschluss des Bodens von der Atmosphäre durch
Bedeckung z. B. mit Asphalt oder Pflastersteinen verstanden. Der ursprünglich
vorhandene humose Oberboden wird entfernt und damit der Lebensbereich für
Pflanzen und Tiere zerstört. Mikroorganismen können unter der versiegelten
Fläche kaum noch existieren, wodurch das Bodengefüge zerstört wird. In Folge
der Versiegelung verliert der Boden seine ursprüngliche Wirkung als Speicher
und Puffer. Da der herabfallende Regen von der versiegelten Fläche nicht mehr
aufgenommen werden kann, kommt es zur Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes:
der Oberflächenabfluss erhöht sich und die Grundwasserbildung wird behindert.
Regenwasser fließt nun sehr schnell ab und kann kaum noch verdunsten. Das
lokale Mikroklima (Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Staubbelastung, Wind) wird
empfindlich gestört. Darüber hinaus nimmt das abfließende Wasser Schadstoffe
aus dem Belag auf und schleust sie ins Grundwasser und in Oberflächengewässer
ein.
Dies hat auch Folgen für die Menschen:
In der Stadt zerschneiden Straßen Wohnquartiere und schränken die Bewegungsfreiheit der Bewohner ein. Vor allem Kinder sind betroffen. Früher war die Straße Spiel- und Lebensmittelraum der Kinder, man traf sich draußen mit den Freunden. Heute trauen sich viele Kinder aus Angst vor Unfällen nicht mehr auf die Straße, sind sozusagen „aus dem Verkehr gezogen“, von der Straße verdrängt. Der Autoverkehr hat das Spielen vor der Haustür fast unmöglich gemacht. Die Kinder bleiben zu Hause vor dem Fernseher, bewegen sich weniger und treffen sich seltener mit Freunden zum Spielen. Kinder, die an stark befahrenen Straßen leben, kennen oft die Nachbarkinder nicht, die auf der anderen Seite wohnen. Sie sind in ihrer sozialen Entwicklung benachteiligt.
In der BRD gibt es ca. 50 000 000 Kraftfahrzeuge.
Ein PKW braucht 12 m2 Parkplatz, ein LKW noch mehr.
Wenn wir alle Autos nebeneinander und hintereinander stellen würden, wäre fast ganz Hamburg mit 755 km2 Fläche ein einziger Parkplatz.
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