In Rio de Janeiro wurde im Juni 1992 auf der „Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen“ (UNCED) von 180 Staaten die so genannte Agenda 21 beschlossen.
Sie ist ein Aktionsprogramm für eine dauerhafte und umweltgerechte Zukunft, für eine nachhaltige Entwicklung – „sustainable development“. Die Wirtschafts-, Umwelt- und Entwicklungspolitik soll so gestaltet sein, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation Befriedigung finden, ohne die Chancen künftiger Generationen zu beeinträchtigen.
Die Agenda 21 will einer Verschlechterung der weltweiten Lebensbedingungen entgegenwirken und schrittweise Verbesserungen erreichen. Die „nachhaltige Nutzung“ der natürlichen Lebensgrundlagen soll in allen Bereichen umgesetzt werden. Die Politik soll in alle Entscheidungsprozesse neben den ökonomischen auch die sozialen und ökologischen Aspekte einbeziehen.
Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur.
Das Recht auf Entwicklung muss so verwirklicht werden, dass den Entwicklungs- und Umweltbedürfnissen der heutigen und der kommenden Generationen in gerechter Weise entsprochen wird.
Frieden, Entwicklung und Umweltschutz bedingen einander und sind unteilbar.
Das Aktionsprogramm gilt sowohl für Industrie- als auch für Entwicklungsländer. In vielen Politikbereichen wie beispielsweise der Klima-, Verkehrs- und Energiepolitik sind für eine nachhaltigere Entwicklung wichtige globale, nationale und lokale Entscheidungen zu treffen. Die Menschen in den Industrieländern verbrauchen je Kopf wesentlich mehr Ressourcen als die Menschen in den so genannten Entwicklungsländern. Viele Voraussetzungen dafür werden in den bereichen der Energie-, Landwirtschafts- und Handelspolitik geschaffen und müssen verändert werden.
In den Entwicklungsländern bezieht sich die Agenda 21 insbesondere auf Armutsbekämpfung, Bevölkerungspolitik, Bildung, Gesundheit, Trinkwasser- und Sanitärversorgung und soll darüber hinaus die finanzielle und technologische Zusammenarbeit der Industrie- und Entwicklungsländer fördern.
Die Agenda 21 ist ein Zielkatalog, keine Handlungsanleitung. Wie die Ziele erreicht werden, ist jedem Teilnehmer am Agenda-Prozess freigestellt.
Lokale Agenda 21
Die Gemeinden und Städte sollen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie den örtlichen Organisationen, Vereinen und der Privatwirtschaft in einen Dialog darüber treten, wie eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung gestaltet werden kann. Aus diesem Dialog soll eine gemeinsame, lokale Agenda 21 entstehen (Motto: "Global denken, lokal handeln").
Agenda Das Wort „agenda“ kommt aus dem Lateinischen. Es bedeutet „Dinge, die betrieben werden müssen“. Die Grundform, das Verb agere, heißt so viel wie „treiben, führen, in Bewegung setzen“. Wie viele lateinische Wörter kam „agenda“ schon im Mittelalter in den deutschen Sprachschatz. Es wird heute in der Bedeutung von „Merkbuch“, „Liste“, „Verhandlungspunkte“ oder „Tagesordnung“ und auch „Kalender“ verwendet.
Unter Klett Lehrwerk-EXTRA [1] finden sich folgende Materialien:
Wikipedia
Deutscher Text der Agenda 21
[5]